Wir kündigen

Im September 2018 startete die Generationen Stiftung mit dem Jugendrat ihren Aufruf ‚Wir kündigen‘. Mit dem Slogan „Weil euch unsere Zukunft nicht kümmert, kümmern wir uns nicht um eure!“ fordert die Stiftung junge Menschen von 15 bis 25 auf, den Generationenvertrag zu kündigen. Mit dieser Kampagne wird der alte, eher als tradierter Wertekanon zu verstehender Generationenvertrag gekündigt und ein neuer gefordert. Denn erstmalig in der Geschichte der Menschheit wird die alte Generation der neuen einen kaum mehr bewohnbaren, sich immer weiter aufheizenden Planeten mit vermüllten Meeren hinterlassen. ,Wir kündigen‘ richtet sich explizit an Kanzlerin Angela Merkel und die deutschen BundesministerInnen. Unser Ziel ist die Aufnahme des Punktes „Generationengerechtigkeit“ in das Grundgesetz sowie die Überprüfung jeder Gesetzesvorhaben auf ihre Zukunftsfähigkeit.

Der Generationenvertrag zählt zu den Grundpfeilern eines Sozialstaats. Mit ihm verpflichtet sich eine werktätige Bevölkerung für ihre Senioren aufzukommen in der Erwartung, dass die von ihr geförderte nächste Generation ihrerseits dasselbe für sie tun wird. Dazu der Jugendrat der Stiftung, der in den letzten Wochen die Inhalte der Aktion ausgearbeitet hat: „Wir kündigen denen, die auf unsere Renten hoffen, den Generationenvertrag, weil sie uns betrogen haben. Ihr habt mit UNO, EU, Sozialstaat, Abrüstung, Umweltschutz und dem Kulturwandel hin zu Freiheiten für Frauen, Migranten und Minderheiten gestartet und hinterlasst uns nur Schulden, Kriege, kaputte Meere und dass Rassisten wieder salonfähig sind. Für diese selbstsüchtige Party werden wir nicht eure Rechnung bezahlen.“

Stiftungsvorstand Claudia Langer: „Ob Generation Hitlerjugend, Babyboomer und 68er oder Generation Golf, in Wirklichkeit sind wir alle die verantwortungslose Generation. Vorangegangene Generationen haben immer versucht, ihren Kindern eine bessere und gerechtere Welt zu hinterlassen. Auch deshalb geht es uns heute so gut wie nie zuvor. Die jüngsten Bundesregierungen und Bundestage trafen und treffen jedoch durchweg Entscheidungen, die den jüngeren Generationen unzumutbare Bürden, wo nicht sogar irreversible Schäden auflasten. Darum unterstützte ich mit der Generationenstiftung den Aufstand der nachrückenden Generationen für ihre Rechte.“

Durch Mitmach-Aktionen wollen wir möglichst viele Menschen zum Kündigen ihres Generationenvertrags – unter Angabe von individuellen Gründen – bewegen, um dann einen neuen zu fordern. Einen neuen Generationenvertrag, in dem die zentralen Forderungen des Jugendrats mitverhandelt werden. Zu diesen Forderungen zählen u.a. die radikale Einhaltung der Pariser Klimaschutzziele, wie auch das Endevon Kinderarmut durch Entlastung und finanzielle Förderung von Familien mit Kindern. Kriegswaffenexporte sollen gestoppt werden. Ein ausgeglichenes, zukunftsfestes Rentensystem, welches das Rentenniveau auch in Zukunft sichert, soll geschaffen werden, wie auch ein Bildungssystem, das allen Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht und Sexualität dieselben Chancen bietet.

Wir laden deshalb vor allem junge Menschen zwischen 15 und 25 ein, den Aufruf zu unterschreiben und mit eigenen Inhalten zufüllen. Der Aufruf wird begleitet von zahlreichen Werbemaßnahmen, darunter Anzeigen und aufmerksamkeitsstarken Akten zivilen Ungehorsams im Umfeld der BundesministerInnen. Zudem werden zahlreiche Initiativen und Partner eingebunden, um Kritik bzw. Forderungen der nachrückenden Generationen auf die einzelnen Politikfelder herunter zu brechen.  

Sind Sie neugierig?
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